Anfall oder Was ?


 

Ich glaube bereits erwähnt zu haben,das seit geraumer Zeit auch in unserer Klinik Mangel besteht.Damit meine ich natürlich Assistenzärzte oder bessere Chargen.So kommt es in letzter Zeit vermehrt zu Einstellungen von weltweitem Personal,was ja an sich nichtś schlimmes oder abwertendes ist!Nun habe aber ich aber den Nachteil der Nacht ,weil ich  nicht live die Einarbeitungszeit,der sogenannten höher Gebildeten(viele so sagt man ,waren sogar auf der Arztschule) in unserer NA zu erleben.So fehlt mir,bis auf Hörensagen,der Einblick in den derzeitigen Kenntnisstand der Dienst habenden Ärzten.Dieser ist durchaus notwendig um gewisse Situation und Ereignisse besser handhaben zu können.Den „Vorsprung kann Überlebenś wichtig werden“.Und das nicht nur für unsere Kunden,sondern durchaus auch für uns!Das heutige Erlebnis gibt,so hoffe ich,einen Eindruck wie es sonst ablaufen könnte.Hier aber gleich Entwarnung. Wir alle haben es überlebt!Es begann gleich zu Dienstbeginn.Und wie ich später am eigenen Leib erleben sollte,war dies auch mein erstes Zusammentreffen mit einer unserer neuen ,frisch von der Arztschule. Eine Einschätzung dieser„Person“beruhte auf gehörtem von vielerlei

Seiten .Meist sind diese Meinungen ja recht unterschiedlich und es fällt schwer sich ein halbwegs klares Bild zu erstellen.Doch diesmal waren alle Auslegungen und Beschreibungen fast einhellig und verhießen nichtś gutes.Ich versuche einmal ein kurze Zusammenfassung.Eine nichts sagende äußere Erscheinung mit äußerst eingeschränkter verbaler Kommunikation.

Ihre Schrift ist genauso schlimm wie das benehmen.Was mir besonders gut gefiel war eine nicht erforschbare Vergangenheit,deshalb sprach man vom „Geist“.Einige Quellen vermuten sogar das sie sich im Zeugenschutzprogramm befinden würde.Mir persönlich erscheint diese Version  kaum haltbar denn „ES“spricht ja nicht .Taugt als auch kaum als „IM“!Wie also sollte sie wohl ausgesagt,geschweige den es niedergeschrieben haben? Als bestätigte Aussage lässt man nur gelten ,das sie im ersten Leben Porzellan Maler war.Ort und Zeit dieser Tätigkeit sind genauso geheim wie ihr Wohnort.Doch auf eines sind wir sehr Stolz.Wir haben nach fast zwei Jahren ihr wahres Alter erkundet.Die STASI hätte länger gebraucht!

Nun will ich es aber auch nicht länger verschweigen.Sie ist gute 37 Jahre! Jetzt soll aber mal der Vorgang erläutert werden.Wenn es manchmal etwas durcheinander gehen sollte, ist dies nicht wirklich so gewollt,es erscheint nur so.Angekündigt war ein Mann etwa 65 Jahre mit einem vermutlichen epileptischen Anfall bei bekannten Hirntumor.Der Notarzt kam voraus zu mir in denSchockraum,aber keine Angst vor dem Namen,da machen wir wirklich nur die gefärlichen Sachen! Der Doktor sprach :“Max ich weiße auch nicht aber ich denken vielleicht Anfall“!Merken sie etwas,auch jener Arzt kommt aus der weiten Welt.Auf meine Anfrage ob der Patient schon Medikamente bekommen und Blut abgenommen sei,bekam ich zur Antwort“Max sie können doch besser als ich und außerdem ist Dunkel undgaanz schlechte Gefääße“.Dies bestätigt doch die Aussage „Dumm stellen schafft Freizeit“.Jetzt bogen meine lieben und heldenhaften Rettungsjung`s (Man bedenke die haben jeden Tag einen anderen von dieser Welt auf dem Auto)mit einem äußerst unruhigen und kaum orientierten Mann in unseren Schockraum ein.

Einer der Retter übergab mirnun die weiteren Details zum Patienten.Diese Maßnahme erfordert laut Qualitätssicherung einen diensthabenten Arzt,aber wir hatten gerade keinen! Der anwesende Notarzt ist meist weg bevor etwas schlimmes passiert!! Zur Kurzanamnese kam dann noch eine

laufende ambulande Chemotherapie gegen den Hirntumor,die gelegendlich auch schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann. Dazu kamm noch eine Hypertonie(Bluthochdruck)z.Z.220/115 und eine Tachyarrhytmie(schneller unregelmäßiger Herzschlag)z.Z. 130-140.Nicht zu Vergessen wäre da noch ein Diabetis Typ 2.Zur Vervollständigung wollte ich gern den BZ-Wert mit angeben aber sie  erinnern sich doch noch an den Notarzt.Nach dem Umlagern auf unsere Gondel(klingt schöner wie Trage)konnte meine Kollegin und ich ihn kaum darauf halten.An dieser Stelle wäre es schön gewesen noch eine von meinen durchweg kompetenten Kolleginnen dabei zu haben !Wer würde uns den jetzt einen venösen Zugang (Nadel im Arm!)legen und Blut abnehmen?Ich beschloss kurzerhand den

Patient allein zu bändigen und scheuchte meine Kollegin einen Arzt suchen.Jetzt erst als ich allein war ,bemerkte ich das sie mir auch seine Frau mit in`s Zimmer gesetzt hatten.Sie hatte einen hochroten Kopf ,ich tippte auf den Blutdruck,aber sie weinte auch ganz sehr.Sie fragte mehrfach ob wir es den wieder richten könnten,ich wollte nicht lügen sagte aber erstmal ja.Es ist ja bekannt das die Zeit sehr lang wird wenn man auf Hilfe wartet und die Kräfte nachlassen.Jetzt endlich kam meine Kollegin und der Geist.Ich übermittelte in etwas schnelleren aber vollständigen Worden was wir bisher  über den Patient wußten. Sie schaute mich und den immer unruhiger werdenden Mann an und fragte wo ist den unser Entlassbrief? Meine Antwort konnte sich äußerst ungünstig für den Patient gestallten.Mir blieb nicht`sanderes übrig als sie auf das Schreiben vom Hausarzt zu verweißen und merkte etwas schärfer an ob wir nun endlich

etwas Unternahmen! Und so ganz nebenbei erörterte ich ihr nochmal den Befund.Jetzt kam auch dieFrau auf die Beine und gab noch als Hinweis das der Hausarzt von einem Ödem(viel Wasser im Kopf das drückt) als Nebenwirkung der Chemotherapie sprach.Wir hatten es wargenommen aber sie?Ich bin mir sicher eher nicht ,denn sie drehte sich endlich einmal

zu uns um und fragte mich „Was hat der Patient ?Könnte es vielleicht ein epileptischer Anfall sein?Was machen wir den jetzt? Jetzt wurde mir die Sache etwas zu bund und ich verteilte die Aufgaben.Der Geist sollte schnell einen venösen Zugang(Zur Erinnerung eine Nadel,meißt rosa) legen.Worauf sie sofort konterte das könne sie nicht.Jetzt war ich bestimmt schon so rot wie die Ehefrau die immer unruhiger auf ihrem Hocker sah`s!Nun war Schluß mit lustig!Sie bekam von mir eine Flexüle(Nadeln zum stechen und Blut abnehmen)in die Hand gedrückt,während dessen ich mit einem kräftigen Griff den Arm staude um eine Vene zu finden,was beider Anstrengung die der Patient gegen uns richtete nicht schwierig war.Ich zeigte auf die Vene und sagte „Hier stechen sie jetzt sofort rein“.Der Wille war da aber es klappte nicht .Das Gespräch wurde immer knapper.  Jetzt hieß es „Tür aufmachen bücken und eine neue nehmen.Zweiter Versuch,los!“ Diesmal haute es endlich hin und gleich kam die nächste Frage „Was spritzen wir jetzt?“Meine Kollegin schüttelte nur noch mit dem Kopf,und die Ehefrau kollapierte schon fast. Ich blickte den Geist an und fragte „Epianfall?“darauf nickte sie.Nächste  Frage„Faustan,Dormicum?“.Wieder erfolgte ein nicken .Meine Kollegin wußte schon was ich fragen würde und war schon beim aufziehen.Die Frage nach der Dosierung ersparten wir uns und richteten es erst einmal selbst.Jetzt beruhigte sich die Situation ein wenig ,worauf wir auch gleich seine Frau in Sicherheit brachten und Blut abnahmen.Nun war unser Gast

der Meinung wieder deutlich lebendiger zu werden,was nach dieser relativ kurzen Zeit nicht unbedingt wie ein Krampfanfall aussah.Ich versuchte noch einmal in Kontakt mit unserer Wunderärztin aufzunehmen,indem ich noch einmal die gesamte Beschreibung der Symptome zu Aufnahmezeit Gebets artig aufsagte.Es trat eine länger Pause ein!Wir warteten auf eine Anweissung wie es weider gehen sollte.Es kam keine Reaktion.Was hatten wir auch anderes erwartet!Nochmalś fragte ich wie es nun weider gehen soll.Die Reaktion darauf war:“ICH WEISS NICHT!HABEN SIE KEINE IDEE?“Jetzt wurde es mir eindeutig zu doof.Meine Kollegin flüsterte mir noch eine Idee zu die ich zwar Überlegenswert fand ,aber wir uns einigten dies nicht vorzuschlagen.Denn wenn die Sache schiefgeht,hat dieses Wesen von nichts gewusst und wir haben den „schwarzen Peter“.

Wir schlugen nun vor doch den Hintergrundsdienst (Facharzt oder besser)anzurufen und nach einer Vorgehensweise zu Fragen.Was nun losgehen sollte konnte ich nicht ahnen.Den mir war doch unser neuer Chefarzt der Kardiologie(die haben es mit dem Herz) entgangen.Wo doch extra für diesen Mann eine Abteilung geschaffen wurde,aber diese Koriefeen sehr selten Nachts anzutreffen sind.Diesen Chef kannte ich auch nur vom hören sagen. Die erste Anweißung kam noch übers Telefon,50 mg eines anderen Beruhigungsmittels.Wer Interesse daran hat,es heißt“Prothazin“. Hier folgt noch ein Absatz.Bitte Geduld.


 

Wir waren jetzt schon froh das sie sich den Namen des Medikament im Ansatz merken konnte .Es war irgend etwas mit „Pro...“ ?! Nur gut für den Patient das über haupt einer weiß was er tut.

 

 

 

 

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